Das denke ich über Gold-Explorer...
Liebe Leserin, lieber Leser,
das Börsenjahr 2024 war für Gold ein sehr erfolgreiches. So erreichte die Gold-Nachfrage 2024 einen neuen Rekord. Vor allem die Zentralbanken kauften in atemberaubendem Tempo das gelbe Edelmetall auf: Im dritten Jahr in Folge überstiegen die Käufe die Marke von 1.000 Tonnen und beschleunigten sich im 4. Quartal steil auf 333 Tonnen. Auch die jährliche Nachfrage aus der Tech-Industrie trug zum weltweiten Gesamtbedarf bei: Sie stieg im Jahr 2024 um 21 Tonnen (+7%), was größtenteils auf den anhaltenden Anstieg der KI-Nutzung zurückzuführen ist. In anderen Worten: Gold war sehr gefragt. Goldminen-Aktien anstatt Gold?
Doch auch im Januar und den ersten Februar-Tagen 2025 setzte sich die beeindruckende Vorstellung am Gold-Markt mit neuen Rekorden knapp oberhalb von 2.900 US-Dollar fort (siehe Chart unten).
Gold in US-Dollar: Neue Rekorde auch im Februar

Kein Wunder also, dass sich viele Anleger Gedanken darüber machen, ob ein Einstieg auch in Goldminen-Aktien Sinn macht. Schließlich sitzen die Gold-Produzenten an erster Stelle in der Verwertungskette und profitieren von den steigenden Gold-Preisen.
Goldminen-Konzerne haben zumeist nur ein Produkt: Gold. Wie sie am Aktien-Markt bewertet werden, hängt daher vor allem vom Gold-Preis ab und vom Umfang der Gold-Reserven, über die sie verfügen. Aber auch die mehr oder weniger stark steigenden Kosten der Gold-Produktion haben einen wesentlichen Einfluss auf den Kurs der Goldminen-Aktien. Im Einzelnen sind dies: Höhere Energiepreise, rasch steigende Löhne in den Förderländern und immer höhere Kosten bei der Exploration neuer Vorkommen. Es gibt kaum mehr Lagerstätten, die über Tage im großen Umfang ausgebeutet werden können.
Goldminen-Konzern ist nicht gleich Goldminen-Konzern
Daher ist Vorsicht angebracht, auch und gerade bei den bekannten und etablierten Branchengrößen wie Barrick Gold oder Newmont. Die beiden Aktien waren in den letzten Jahren keine gute Anlage für Gold-Freunde, denn während Gold neue Rekorde markierte, liefen die Aktien der beiden Branchenriesen unter großen Schwankungen nur seitwärts. Über die Gründe habe ich auch in meinem jüngsten Video gesprochen.
Daneben gibt es auch zahlreiche kleine Unternehmen, die ihren Anlegern eine gehörige Portion Risikofreudigkeit abverlangen: Die sogenannten Explorer. Im Gold-Bereich spricht man von Explorern als von Unternehmen, die sich in einer frühen Phase der Gold-Suche befinden. Diese Unternehmen haben typischerweise noch keine wirtschaftlich förderbaren Reserven nachgewiesen, sondern konzentrieren sich auf die Erkundung und Entdeckung potenzieller Gold-Vorkommen. Explorer nehmen bspw. geologische Kartierungen und geophysikalische Untersuchungen sowie Bohrungen vor und versuchen, Hinweise auf wirtschaftlich abbaubare Gold-Lagerstätten zu finden.
In anderen Worten: Ein Explorer besitzt vielleicht Zugriff auf potenziell ergiebige Gold-Vorkommen, sicher weiß man das oftmals jedoch nicht. Explorer sind daher mit einem hohen wirtschaftlichen Risiko verbunden. Gelingt der Nachweis eines relevanten Vorkommens, kann dies zu erheblichen Kurssteigerungen und attraktiven Rendite-Chancen für Investoren führen. Scheitert das Unternehmen jedoch bei der Suche nach verwertbaren Vorkommen, kommt dies für Anleger unter Umständen einem Totalverlust gleich.
Für mich sind Explorer keine wirkliche Alternative
Die Aktien von sogenannten Explorern gehören daher zu den spekulativsten Papieren, die man in der Gold-Branche kaufen kann. Für mich stellt sich allerdings die Frage, warum ich ein Unternehmen bzw. dessen Aktie kaufen soll, nur in der Hoffnung, dass jemand mit zugegeben viel Know-how, aber auch mit mehr oder weniger Glück, bei der Gold-Suche fündig wird?
Schon der Kurs von etablierten großen Goldminen-Konzernen besitzt normalerweise eine Hebelwirkung in Bezug auf den Gold-Preis. Steigt Gold, sollte auch der Aktienkurs überproportional zulegen. Es gibt aber auch Börsenphasen, in denen dieser Zusammenhang nicht so wirkt, wie er es eigentlich sollte. So fielen die Aktien von Barrick und Newmont wie bereits erwähnt in den letzten Jahren eher durch ihre Underperformance gegenüber dem Gold-Preis aus. Die Aktien von anderen etablierten Gold-Produzenten wie z.B. Agnico Eagle Mines oder Wheaton Precious Metals konnten dagegen wie Gold ebenfalls neue Hochs erreichen und den Gold-Preis outperformen.
Und bei den Explorern ist dieser Hebel potenziell um ein Vielfaches größer. Für mich ist das jedoch eine Lotterie, die ich als unattraktiv einstufe. Wenn ich den Gold-Preis mit einem hohen Hebel handeln möchte, kann ich auch ein Derivat auf den Gold-Preis kaufen und muss mir keine Gedanken darüber machen, ob Explorer A oder Explorer B jemals ein wirtschaftlich ausbeutbares Gold-Vorkommen finden werden.
Gold Explorers ETF vs. Gold

Dazu kommt, dass auch die Explorer in den letzten Jahren den Gold-Preis nicht outperformen konnten. Im Chart oben ist der Global X Gold Explorers ETF (blaue Linie) zu sehen, der doch sehr deutlich hinter dem Gold-Preis (rote Linie) zurückgeblieben ist. Auch das ist für mich ein Argument, mich von den vermeintlichen Verlockungen und Versprechungen der Explorer fernzuhalten.
Mein Fazit
Gold befindet sich in einem Bullen-Markt. Goldminen-Aktien halte ich prinzipiell für attraktiv, sofern es sich um etablierte Unternehmen handelt, bei denen eine Unternehmensbewertung ohne viel Raten über den Wert der Gold-Lagerstätten möglich ist und die mit schlanken Kostenstrukturen punkten können.
Sogenannte Explorer haben zwar einen gewissen Reiz, doch als Bestandteil meines Depots halte ich diese Aktien für wenig attraktiv. Die Gründe habe ich dargelegt, ich möchte keinen Lotterieschein in meinem Depot haben, den ich nicht kontrollieren kann. Wenn ich Gold mit hohem Hebel handeln möchte, greife ich daher lieber auf ein Derivat zurück.

Mein Tipp
NEU: Folge mir auf LinkedIn!
Mehrmals wöchentlich melde ich mich mit spannenden Themen auf LinkedIn. Mehrere tausend folgen mir bereits – vernetze auch Du Dich mit mir – ich freue mich auf Dich.
►► Hier findest Du mich auf LinkedIn...

Herzliche Grüße und bis kommende Woche
Dein Lars
|